Warum das Brain in BBBW? - Unsere neurozentrierte Perspektive auf Yoga & Bewegung.
In diesem Artikel erfährst du, was neurozentriertes Yoga bedeutet, wie Barbara zu diesem Ansatz gefunden hat und warum das „Brain“ ein zentraler Bestandteil von Body, Brain & Breath Waves ist.
Ein Artikel von Barbara · Februar 2026
Zugegeben - auch nach einem Sportwissenschafts-Studium war mir die Rolle von Gehirn und Nervensystem in Bezug auf Bewegung und Atmung, und vor allem deren Wechselwirkung, nicht bewusst.
In diversen Yoga-Ausbildungen bei verschiedenen Ausbilder:innen und Schulen war es ebenfalls kein Thema, nicht einmal am Rande. Es ging vielmehr um eine „korrekte“ Ausrichtung - rückblickend ein ganz eigenes Thema zum Hinterfragen.
2022 stolperte ich das erste Mal über die neurowissenschaftliche Perspektive im Bezug auf Yoga, Bewegung & Atmung. Seitdem faszinieren mich die Wechselwirkungen und Erkenntnisse aus Praxis und Neurowissenschaften. Mit Celest Pereira und Z-Health bin ich die letzten Jahre über tiefer eingetaucht und möchte euch gern ein bisschen mehr über das Brain in BBBW erzählen :)
“Als ich mich mehr mit Gehirn, Nervensystem und Bewegung beschäftigt habe, ist mir gefühlt ein Lämpchen nach dem anderen aufgegangen. Auch heute noch.”
Nervensystem, Neuro-Yoga & brain-based Yoga - im Trend?
Der Begriff Nervensystem begegnet uns aktuell überall.
Auch oder vor allem in der Yoga-Bubble.
Was ist gemeint, wenn jemand davon spricht, das Nervensystem zu regulieren?
Was verbirgt sich eigentlich hinter Begriffen wie:
Neuro-Yoga
brain-based Yoga
neurozentriertes Yoga?
Wie wirkt Yoga auf einer neurowissenschaftlichen Ebene?
Diese Fragen stellen wir uns in diesem und zukünftigen Blog-Beiträgen.
„Neurozentriert oder neurozentrisch beschreibt einen Ansatz, bei dem das Nervensystem und seine Prozesse ins Zentrum von Lernen, Praxis und Bewegung gestellt werden.“
Definition: Was bedeutet neurozentriert?
Hier bei BBBW verstehen wir neurozentriertes Yoga als eine Praxis, die berücksichtigt, wie Gehirn und Nervensystem unsere Wahrnehmung, Bewegung und Regulation beeinflussen und selbst davon beeinflusst werden.
Neurozentrisches Training betrachtet dabei verschiedene Aspekte:
u.A.
von der Informationsaufnahme über die Informationsverarbeitung bis hin zur Bewegungsentstehung und -ausführung, mit dem Gehirn als zentrale Steuereinheit,
die Qualität der Informationen, die über unsere Sinne wie Sehsinn, Gleichgewichtssinn und Propriozeption (Körperwahrnehmung/Eigenwahrnehmung) aufgenommen werden,
durch sog. Mapping unsere Bewegungslandkarten zu präzisieren,
und wahrgenommene „Bedrohungen“ zu reduzieren.
Wie ich mit Neurowissenschaft und Yoga in Berührung kam.
Durch einen glücklichen Zufall bin ich 2022 auf Celest Pereira gestoßen und auf ihr Training Functional Neurology in Yoga, das sie gemeinsam mit Adell Bridges unterrichtete. Aus Neugier habe ich mich direkt eingeschrieben und kam zum ersten Mal intensiv mit angewandter Neurowissenschaft im Yoga in Berührung.
Falls du Celest und ihre Trainings noch nicht kennst, schau unbedingt auf ihren Kanälen vorbei. Sie erklärt komplexe Inhalte aus Anatomie und Neurowissenschaften verständlich und praxisnah - ohne den Bezug zur Bewegung bzw. Yogapraxis zu verlieren.
Über sie bin ich schließlich zu Z-Health gekommen. Dr. Eric Cobb, Gründer von Z-Health, verbindet seit über 20 Jahren Neurowissenschaften mit Bewegung, Training und Praxis.
„Auch etwas auf den ersten Blick abschreckend Komplexes kann durch unsere Bewegungspraxis greifbar und verständlich werden. Deswegen möchte jede:n ermutigen, sich einfach mal ranzutrauen :)“
Von der Theorie in die Praxis und in meinen Yogaunterricht.
Anfangs habe ich mich aufgrund der Komplexität des Themas nicht getraut, neurowissenschaftliche Inhalte in meinen Unterricht einzubauen. In meiner eigenen Bewegungspraxis habe ich sie jedoch von Beginn an einfließen lassen. Um anderen davon zu erzählen, hatte ich lange das Gefühl, noch nicht genug zu wissen bzw. noch nicht genug gelernt und verstanden zu haben.
Ich glaube, so etwas Komplexes wie unser Gehirn und Nervensystem werden wir nie zu 100 % entschlüsseln.
Was wir jedoch können, ist aus Erfahrung zu unterrichten und dieses Wissen weiterzugeben. Mit dem Anspruch, selbst kontinuierlich weiterzulernen und Bewegung ganzheitlich zu verstehen.
Das Verständnis, das ich in den letzten Jahren durch Trainings, Ausprobieren und Erfahrung-Sammeln entwickelt habe, unterstützt mich enorm - sowohl in meiner Bewegungspraxis als auch im Alltag.
Gleichzeitig ist mir noch wichtig zu sagen:
Sog. Brain Drills (gezielte Übungen, die bestimmte Bereiche in unserem Gehirn / Nervensystem stimulieren und so direkt unsere Bewegung / Performance / Schmerzen verbessern können) ersetzen weder die eigentliche Bewegungsarbeit noch ein Krafttraining. Sie sind keine Abkürzung. Vielmehr verstehe ich sie als Ergänzung und als Möglichkeit, das Nervensystem bzw. bestimmte Teile davon gezielt anzusprechen, die Wahrnehmung zu schärfen und Bewegung bewusster zu erleben.
Neurowissenschaften und traditionelle Yogapraxis.
Interessanterweise lassen sich viele Parallelen erkennen, wenn man auf die traditionelle Yogapraxis blickt – egal ob Asana, Pranayama oder Meditation.
Für mich geht es dabei nicht darum, Yoga im Nachhinein wissenschaftlich zu legitimieren. Ich bin nicht der Meinung, dass nur das, was wissenschaftlich belegt ist, richtig oder hilfreich sein kann.
Gleichzeitig halte ich es für wichtig, Aussagen zu hinterfragen und Zusammenhänge zu verstehen: Warum wirkt etwas so, wie es wirkt? Und wie kann ich mir selbst ein fundiertes Bild machen - jenseits von Dogmen, Ausbildungen oder Social Media?
Auf die Wirkungen von Yoga und die neurowissenschaftlichen Perspektiven dahinter werden wir hier auf der Plattform in Zukunft genauer eingehen.
Jeder Mensch ist neurologisch einzigartig.
Jede:r von uns ist verschieden.
Kein Gehirn ist gleich.
Kein Körper, keine Erfahrung und keine Wahrnehmung ist identisch.
Die Funktionsweise unseres Gehirns und Nervensystems besser zu verstehen und die Wechselwirkungen in der eigenen Praxis / im eigenen Training wahrzunehmen, war für mich ein entscheidender Schritt hin zu mehr Selbstwirksamkeit.
Der neurozentrische Ansatz im BBBW-Logo.
Warum „Brain“ Teil von Body, Brain & Breath Waves ist.
Mit Body, Brain & Breath Waves möchten wir eine Perspektive auf Bewegung, Atmung und Entspannung teilen, die das Nervensystem mit einbezieht - nicht als neues Konzept, sondern als Einladung zum Bewegung-Lernen und Entspannung-Verstehen.
Denn ohne unser drittes B - stellvertretend für unser Gehirn und Nervensystem - gäbe es
keine Bewegung
keine Atmung
keine Wahrnehmung
Hier entsteht für uns die Verbindung von Body, Brain & Breath.
IMMERSION ZUM THEMA:
Neurozentriertes Yoga (20 Stunden Fortbildung)
24. - 27. September
Weissensee, Kärnten
Ich freu mich, wenn wir uns sehen und gemeinsam bewegen 🙂
Und die Wechselwirkungen von Body, Brain & Breath bewusst wahrnehmen.Bis dahin viel Spaß beim Stöbern in den Online-Kursen.
Barbara